Dieser Artikel ist Teil der Ergebnisse von „The Biggest Fleet “. Klicken Sie hier für alle ErgebnisseDer Einzelhandel hat sich weltweit als wichtigster Treiber für die Einführung von Reinigungsrobotern herausgestellt. Kein anderer Sektor vereint standardisierte Raumaufteilungen, hohes Besucheraufkommen und messbare Kapitalrendite in dieser Weise.
Das Biggest Fleet bestätigt dies: Walmart, QuikTrip, Sam’s Club, Denner und ROSSMANN gehören alle zu den zehn weltweit führenden Betreibern von Reinigungsroboterflotten. Zusammen stehen sie nicht nur für Größe, sondern auch für regionale Vielfalt – von amerikanischen Hypermärkten bis hin zu europäischen Discounter- und Drogerieketten. Ihre Entwicklung im Vergleich zum Ranking von 2024 zeigt, wie der Einzelhandel den Einsatz von Robotik in allen wichtigen Märkten prägt.
Regionale Anpassung und Ladenformate
Der US-Markt bevorzugt Größe. Walmart (Platz 1) und Sam’s Club (Platz 4), eine Tochtergesellschaft von Walmart, setzen beide auf Maschinen von Tennant und betreiben riesige Flotten in ihren großflächigen Filialen. Mit QuikTrip (Platz 3) betritt ein weiteres Schwergewicht die Bühne der Automatisierung und setzt Maschinen des chinesischen Herstellers Pudu in großer Zahl auf dem gesamten nordamerikanischen Kontinent ein. Ein Grund für diesen Wandel ist, dass QuikTrip-Filialen im Gegensatz zu Walmart-Standorten über weitaus begrenzteren Platz verfügen – zu begrenzt für die großen Maschinen von Tennant. Im Allgemeinen bieten die einheitlichen Grundrisse von Convenience-Store-Formaten jedoch ideale Bedingungen für autonome Scheuersaugmaschinen, die nahtlos zwischen Mitfahr- und Selbstfahrmodus wechseln können.
In Japan zeigt FamilyMart (#20) das andere Extrem. Die kompakten Filialen erfordern kleinere Roboter, die für beengte Räume konzipiert sind. Die gemeinsam mit BIB entwickelten Roboter von FamilyMart reinigen nicht nur, sondern transportieren auch Warenkörbe und dienen gleichzeitig als mobile Produktdisplays – eine einfallsreiche Nutzung der begrenzten Fläche.
Europa bietet ein weiteres Modell. Denner (#7) in der Schweiz und ROSSMANN (#9) in Deutschland setzen mittelgroße Filialen von Pudu und Gausium ein. Diese sind gut auf die europäischen Ladengrößen abgestimmt, doch ihre Skalierung könnte für manche Einzelhändler aufgrund dezentraler Eigentümerstrukturen schwierig sein. Viele Filialen sind Franchise-Betriebe oder halbautonom, was bedeutet, dass die Einführung Dutzende einzelner Entscheidungen erfordert, anstatt einer zentralisierten Einführung.
Operative und wirtschaftliche Herausforderungen
Der Einsatz von Robotern im Einzelhandel bringt erhebliche Herausforderungen mit sich. Die Reinigungspläne gehören zu den heikelsten Themen. In den Vereinigten Staaten und in Asien sind viele Geschäfte rund um die Uhr geöffnet, was bedeutet, dass sich die Roboter während der Öffnungszeiten zwischen den Kunden bewegen müssen. In Europa und Japan, wo geschlossene Zeiten üblicher sind, können Roboter nachts eingesetzt werden – dies erfordert jedoch die Integration in Alarmanlagen, Zugangskontrollen und die Arbeitsabläufe des Personals.
Die Logistik bei der Einführung stellt eine weitere Hürde dar. Die Roboter müssen durch automatische Personal- oder Logistiktüren fahren, in kleinen Hinterräumen untergebracht werden und an eine Ladeinfrastruktur angeschlossen werden, die nie für sie konzipiert wurde. Jedes praktische Hindernis vervielfacht sich, wenn Hunderte von Filialen betroffen sind.
Wartung und Service auf Flottenebene gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine defekte Maschine in einer einzelnen Filiale mag keine große Rolle spielen, doch flächendeckende Ausfälle können ganze Ketten gefährden. Servicepartner müssen über Regionen hinweg schnelle Reaktionszeiten, Ersatzteile und Software-Support gewährleisten. Dies wirft die Frage auf, wer ein solches Volumen bewältigen kann und zu welchen Kosten.
Auch die wirtschaftlichen Aspekte der Robotik sind unterschiedlich. In den USA können Roboter ausgelagertes Reinigungspersonal ersetzen, wodurch sich die Kosteneinsparungen leicht berechnen lassen. In Europa, wo das Personal in den Filialen die Reinigungsarbeiten oft selbst übernimmt, verändern Roboter eher die internen Arbeitsabläufe im „
“ als dass sie den Personalbestand reduzieren. Die Rechtfertigung der Investition hängt daher nicht nur von den Kosten ab, sondern auch von der Gleichmäßigkeit der Leistung, der Sicherheit und der Entlastung des Personals, das sich so wieder auf kundenorientierte Aufgaben konzentrieren kann.
Schließlich spielt auch das Problem der Fragmentierung eine große Rolle. Ketten, die nicht in der Rangliste vertreten sind, wie beispielsweise die deutsche Edeka, agieren als halbautonome Filialen. Im Gegensatz zu unseren „Glorious Five“, die eine einheitliche Unternehmensentscheidung treffen können, müsste bei der Einführung in Europa bei den anderen möglicherweise erst Hunderte von lokalen Managern überzeugt werden. Dies stellt sowohl für die Einzelhändler als auch für ihre Dienstleistungspartner eine Herausforderung in Bezug auf Vertrieb und Umsetzung dar.
Was hat sich im Einzelhandel seit 2024 getan?
QuikTrip (USA) – Neu im Ranking und sofort auf Platz 3 gelandet
Neu imRanking und sofort auf Platz 3 gelandet: QuikTrip steigt mit einem beeindruckenden Einsatz von 1.200 Pudu-Robotern ein. Die in Tulsa ansässige Convenience-Kette betreibt 953 Filialen im Mittleren Westen und im Süden der USA und ist bekannt für saubere, gut geführte Standorte und einen durchweg hervorragenden Kundenservice. Die landesweite Einführung der Pudu-Reinigungsroboter – gemeinsam mit Pringle Robotics umgesetzt – hat große Aufmerksamkeit erregt, und unzählige TikTok- und Instagram-Videos zeigen Kunden, die von den autonomen Reinigungsrobotern begeistert sind.
Denner AG (Schweiz) – ebenfalls neu und direkt auf Platz 7 eingestiegen
Denner, die drittgrößte Supermarktkette der Schweiz mit rund 860 Filialen, erscheint zum ersten Mal im Ranking 2025. Das Unternehmen setzt mittlerweile rund 200 Pudu-Roboter ein,
und ist damit der am höchsten platzierte Schweizer Einzelhändler. Der Einstieg von Denner spiegelt die wachsende
Dynamik der Robotik in europäischen Discounter-Supermärkten wider, selbst angesichts der
Herausforderungen durch dezentralisierte Eigentumsverhältnisse und unterschiedliche Filialformate.
ROSSMANN (Deutschland) – Platz 9 im Jahr 2025 (aufgestiegen von Platz 16 im Jahr 2024)
ROSSMANN, eine der größten Drogerieketten Europas mit rund 4.700 Filialen in mehreren Ländern, hat unter den fünf vorgestellten Einzelhändlern den größten Sprung nach vorne gemacht. Von 45 Robotern im Jahr 2024 hat das Unternehmen auf 170 Gausium-Einheiten im Jahr 2025 aufgestockt. Diese rasante Ausweitung zeigt, wie schnell europäische Einzelhändler handeln können, sobald Pilotprojekte erfolgreich sind – insbesondere in standardisierten Drogerieformaten, in denen häufige leichte Reinigungsarbeiten erforderlich sind.
Supermärkte aus den baltischen Staaten –
Neu im Ranking und mit starker Anfangsdynamik
Die baltische Region, die seit langem für ihre digitale Vorreiterrolle bekannt ist, hält mit mehreren Supermarktketten Einzug in das Ranking, was auf eine bemerkenswert niedrige Hemmschwelle bei der Einführung von Robotik hindeutet. ELVI (Lettland), IKI (Litauen) und RIMI (Lettland) sind alle mit kompakten, aber wachsenden Einsätzen vertreten, was darauf hindeutet, dass Einzelhändler im gesamten Baltikum das Potenzial der Reinigungsautomatisierung klar erkennen. Zwar sind die aktuellen Flottengrößen noch bescheiden, doch die Präsenz mehrerer Betreiber im Ranking unterstreicht die regionale Bereitschaft zur Skalierung – sowie eine kulturelle Offenheit gegenüber Robotik, die das Baltikum als einen der vielversprechendsten Wachstumsmärkte Europas für autonome Reinigung positioniert.
Ausblick und zukünftige Trends
Die Daten von „The Biggest Fleet zeigen, dass Roboter im Einzelhandel eine überdurchschnittliche Auslastung erzielen und größere Flächen konsequenter reinigen als in anderen Branchen. Doch die eigentlichen Wachstumschancen liegen noch vor uns. Der Kleinhandel – Tankstellen, Kioske und städtische Minimärkte – ist nach wie vor unterversorgt. Aktuelle Roboter sind oft zu sperrig oder zu teuer, während microbots noch auf das Staubsaugen beschränken. Was noch fehlt, ist ein kompakter, erschwinglicher Scheuerroboter unter 10.000 US-Dollar – eine Entwicklung, die weltweit eine dramatische Ausweitung der Roboterflotten im Einzelhandel auslösen könnte.
Fazit
Das Ranking Biggest Fleet zeichnet ein klares Bild: Einzelhandelsketten setzen nicht nur Reinigungsroboter ein, sondern setzen auch Maßstäbe in Bezug auf Umfang, Effizienz und Anpassungsfähigkeit. Walmart und Sam’s Club stehen in den USA für Beständigkeit und Größe, FamilyMart zeigt Innovation bei kompakten Formaten, Denner feiert ein starkes Debüt unter den Schweizer Supermärkten, und ROSSMANN demonstriert Europas Fähigkeit zur Skalierung, sobald sich ein Konzept bewährt hat. Der Einzelhandel bleibt mit seiner einzigartigen Kombination aus Größe, Standardisierung und betrieblicher Notwendigkeit der Sektor, der die weltweite Einführung von Reinigungsrobotern vorantreibt. Und mit dem Aufkommen der nächsten Generation kompakter Maschinen wird die Transformation nicht bei Hypermärkten oder Drogerien Halt machen – sie wird sich auf die kleinsten Verkaufsstellen ausweiten, die das Rückgrat des täglichen Einzelhandelslebens bilden.
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